Schritt 1 — Betonvolumen und Förderleistung ermitteln
Der erste Planungsschritt ist die Bestimmung der erforderlichen Förderleistung in m³/h. Diese ergibt sich aus dem Tagesbetonvolumen, der geplanten Arbeitszeit und einem Spitzenlastfaktor:
V_Tag = Tagesbetonvolumen [m³]
f_Spitze = Spitzenlastfaktor (empfohlen: 1,3–1,5)
t_effektiv = effektive Betonierstunden pro Tag [h]
Beispiel: 200 m³ Tagesvolumen, 7 Betonierstunden, Spitzenfaktor 1,4 → Q_min = (200 × 1,4) / 7 = 40 m³/h. Die gewählte Pumpe sollte mindestens diese Leistung dauerhaft erbringen können.
Schritt 2 — Rohrdurchmesser wählen
Der Rohrdurchmesser beeinflusst direkt den Förderdruck, die Verschleissrate und die Pumpbarkeit. Als Grundregel gilt:
| Förderleistung | Empfohlener DN | Max. Körnung | Typische Fliessgeschwindigkeit |
|---|---|---|---|
| bis 40 m³/h | DN100 | 32 mm | 1,4 m/s |
| 40–80 m³/h | DN125 | 40 mm | 1,1–1,8 m/s |
| 80–160 m³/h | DN150 | 63 mm | 1,2–2,0 m/s |
Die Fliessgeschwindigkeit sollte 1,0–2,2 m/s betragen. Darunter droht Absetzung des Zuschlags; darüber steigt der Verschleiss und der Druck überproportional. Weitere Details zu Rohren finden Sie auf der Seite Betonleitungen & Verschleissrohre.
Schritt 3 — Leitungsführung planen
Die Leitungsführung bestimmt massgeblich den Gesamtförderdruck. Folgende Grundsätze minimieren den Druckverlust:
- Bögen minimieren: Jeder 90°-Bogen entspricht ca. 3–5 m Geradrohr an Druckverlust. Bei einem 180°-Bogen sind es 6–10 m. Bögen durch schräge Geradstrecken ersetzen, wo möglich.
- Leitungslänge optimieren: Den direkten Weg zwischen Pumpe und Einbauort wählen. Auf Grossbaustellen mit Steigleitungen im Treppenhauskern verlaufen horizontale Abschnitte idealerweise eben.
- Steigleitung sichern: Steigleitungen über 20 m Höhe brauchen ein Rückschlagventil oder eine Absperrarmatur, damit Beton beim Abstellen nicht zurückläuft.
- Dehnungsverbinder einplanen: Bei horizontalen Leitungen über 50 m Länge mindestens einen ERV-Dehnungsverbinder einbauen.
Schritt 4 — Förderdruck berechnen
Der Gesamtförderdruck setzt sich aus drei Komponenten zusammen:
p_horizontal = L_h [m] × Δp_Rohr [bar/m]
p_vertikal = H [m] × 0,025 [bar/m] (ca. 2,5 bar pro 10 m Höhe)
p_Bögen = n_90° × 0,03 + n_180° × 0,06 [bar je Bogen, DN125 Richtwert]
Der Druckverlust pro Meter Geradsrohr (Δp_Rohr) beträgt bei DN125 und 60 m³/h ca. 0,02–0,04 bar/m, abhängig von Betonkonsistenz und Rohrwandrauheit. Hersteller wie Putzmeister und Schwing stellen dafür Nomogramme und Berechnungssoftware bereit.
Schritt 5 — Pumpe auswählen
Mit bekannter Förderleistung (Schritt 1) und Gesamtförderdruck (Schritt 4) kann die passende Pumpe ausgewählt werden. Dabei gilt:
- Stationäre Betonpumpe: Für feste Standorte, lange Betonierkampagnen, Hochhäuser mit Steigleitungen.
- Autobetonpumpe: Für wechselnde Einbauorte, kurze Kampagnen, Projekte ohne Steigleitungsinfrastruktur.
- Hochdruckpumpe: Für Förderhöhen über 100 m oder Rohrlängen über 300 m — speziell dimensionierte Hochdruckversionen mit verstärkten Zylindern und Rohren.
Schritt 6 — Prüfung und Freigabe nach DGUV V38
Vor der Inbetriebnahme einer Betonförderanlage schreibt die DGUV Vorschrift 38 (Deutschland) eine Erstprüfung durch eine befähigte Person vor. Geprüft werden:
- Rohrleitungszustand: Wandstärken, Kupplungszustand, Bogenzustand
- Absperr- und Sicherheitsarmaturen: Funktion der Rückschlagventile
- Druckprobe: Belastung mit 1,3-fachem Betriebsdruck
- Erdung und Blitzschutz bei elektrisch betriebenen Pumpen
In Österreich gelten die ÖNORM B 3012 und die ArbeitnehmerInnenschutzverordnung; in der Schweiz die Suva-Checkliste für Betonpumpen. Alle drei Länder verlangen wiederkehrende Prüfungen — in der Regel jährlich oder nach je 500 Betriebsstunden.
Alle über Beton Verteilung DACH beschafften Pumpen und Rohrleitungskomponenten werden mit vollständiger CE-Dokumentation und Prüfprotokollen geliefert, die diese Erstprüfung erleichtern.
Betonpumpe und Rohrleitungen für Ihr Projekt anfragen
Beschaffen Sie Pumpen, Verschleissrohre und Zubehör für Ihre Betonförderanlage direkt über 22 geprüfte Lieferanten in Deutschland, Österreich und der Schweiz.