Technischer Leitfaden

Betonleitung planen für Grossbaustellen

Schritt-für-Schritt: Rohrdimensionierung, Druckberechnung und Leitungsführung für Betonförderanlagen auf Grossbauprojekten in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Beton Verteilung DACH · Technischer Leitfaden · 2026

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Schritt 1 — Betonvolumen und Förderleistung ermitteln

Der erste Planungsschritt ist die Bestimmung der erforderlichen Förderleistung in m³/h. Diese ergibt sich aus dem Tagesbetonvolumen, der geplanten Arbeitszeit und einem Spitzenlastfaktor:

Formel: Mindest-Förderleistung Q_min = (V_Tag × f_Spitze) / t_effektiv

V_Tag = Tagesbetonvolumen [m³]
f_Spitze = Spitzenlastfaktor (empfohlen: 1,3–1,5)
t_effektiv = effektive Betonierstunden pro Tag [h]

Beispiel: 200 m³ Tagesvolumen, 7 Betonierstunden, Spitzenfaktor 1,4 → Q_min = (200 × 1,4) / 7 = 40 m³/h. Die gewählte Pumpe sollte mindestens diese Leistung dauerhaft erbringen können.

Schritt 2 — Rohrdurchmesser wählen

Der Rohrdurchmesser beeinflusst direkt den Förderdruck, die Verschleissrate und die Pumpbarkeit. Als Grundregel gilt:

Förderleistung Empfohlener DN Max. Körnung Typische Fliessgeschwindigkeit
bis 40 m³/h DN100 32 mm 1,4 m/s
40–80 m³/h DN125 40 mm 1,1–1,8 m/s
80–160 m³/h DN150 63 mm 1,2–2,0 m/s

Die Fliessgeschwindigkeit sollte 1,0–2,2 m/s betragen. Darunter droht Absetzung des Zuschlags; darüber steigt der Verschleiss und der Druck überproportional. Weitere Details zu Rohren finden Sie auf der Seite Betonleitungen & Verschleissrohre.

Schritt 3 — Leitungsführung planen

Die Leitungsführung bestimmt massgeblich den Gesamtförderdruck. Folgende Grundsätze minimieren den Druckverlust:

Schritt 4 — Förderdruck berechnen

Der Gesamtförderdruck setzt sich aus drei Komponenten zusammen:

Formel: Gesamtförderdruck p_ges = p_horizontal + p_vertikal + p_Bögen

p_horizontal = L_h [m] × Δp_Rohr [bar/m]
p_vertikal = H [m] × 0,025 [bar/m] (ca. 2,5 bar pro 10 m Höhe)
p_Bögen = n_90° × 0,03 + n_180° × 0,06 [bar je Bogen, DN125 Richtwert]

Der Druckverlust pro Meter Geradsrohr (Δp_Rohr) beträgt bei DN125 und 60 m³/h ca. 0,02–0,04 bar/m, abhängig von Betonkonsistenz und Rohrwandrauheit. Hersteller wie Putzmeister und Schwing stellen dafür Nomogramme und Berechnungssoftware bereit.

Sicherheitshinweis: Den berechneten Gesamtdruck mit einem Sicherheitsbeiwert von 1,3 multiplizieren. Die gewählte Pumpe muss diesen Maximaldruck dauerhaft liefern können — nicht nur als Spitzenwert. Eine unterdimensionierte Pumpe führt zu Betonblockaden und teuren Reinigungsunterbrechungen.

Schritt 5 — Pumpe auswählen

Mit bekannter Förderleistung (Schritt 1) und Gesamtförderdruck (Schritt 4) kann die passende Pumpe ausgewählt werden. Dabei gilt:

Schritt 6 — Prüfung und Freigabe nach DGUV V38

Vor der Inbetriebnahme einer Betonförderanlage schreibt die DGUV Vorschrift 38 (Deutschland) eine Erstprüfung durch eine befähigte Person vor. Geprüft werden:

In Österreich gelten die ÖNORM B 3012 und die ArbeitnehmerInnenschutzverordnung; in der Schweiz die Suva-Checkliste für Betonpumpen. Alle drei Länder verlangen wiederkehrende Prüfungen — in der Regel jährlich oder nach je 500 Betriebsstunden.

Alle über Beton Verteilung DACH beschafften Pumpen und Rohrleitungskomponenten werden mit vollständiger CE-Dokumentation und Prüfprotokollen geliefert, die diese Erstprüfung erleichtern.

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