Was ist ein Betonverteilermast?
Ein Betonverteilermast (englisch: Placing Boom oder Concrete Placing Boom) ist ein stationäres Gerät, das Frischbeton über einen hydraulisch gesteuerten Gelenkarm präzise an den Einbauort verteilt. Anders als eine fahrbare Autobetonpumpe steht der Betonverteilermast ortsfest auf der Baustelle — auf einer Betondecke, einem Kletterkern oder einem speziellen Standfuss — und wächst beim kletternden System mit dem Gebäude in die Höhe.
Auf modernen Hochbauprojekten hat der Betonverteilermast die klassische Kranförderung von Betonkübeln weitgehend ersetzt. Er ermöglicht ein kontinuierliches, nahezu unterbrechungsfreies Betonieren grosser Deckenflächen, ohne dass der Baukran gebunden wird. Bei einem typischen Hochhaus ab acht Stockwerken können täglich 150 bis 400 m³ Beton über einen einzigen Betonverteilermast eingebracht werden — eine Effizienzsteigerung, die sich direkt auf den Terminplan und die Projektkosten auswirkt.
Bauarten von Betonverteilermast-Systemen
| Bauart | Reichweite | Montage | Einsatz | Hersteller |
|---|---|---|---|---|
| Spider Boom | 8–18 m | Freistehend auf Bodenplatte, Spinnenausleger | Industrieböden, Deckenplatten, flache Strukturen | Atabey B-Serie, Putzmeister |
| Mast-Verteiler (stationär) | 15–28 m | Auf Betonkern oder Kletterschalung | Bürogebäude, Wohnhochhäuser bis ~25 Stockwerke | Atabey M-Serie, Putzmeister |
| Kletternder Mast-Verteiler | 20–32 m | Hydraulisches Klettersystem, wächst mit dem Gebäude | Hochhäuser, Türme, mehrjährige Projekte | Atabey M-K Serie, Putzmeister |
| Rad-Verteiler (fahrbar) | 20–28 m | Fahrbar auf Betondecke, ohne Kran umsetzen | Grossflächige Decken, wechselnde Einbauorte | Schwing, Atabey |
Kletternder Betonverteilermast: Der Standard im Hochbau
Bei mehrgeschossigen Hochbauprojekten — Wohntürmen, Bürokomplexen, Hotels — ist der kletternde Betonverteilermast heute der Standard. Das Klettersystem arbeitet dabei parallel zur Kletterschalung: Sobald eine neue Decke betoniert und ausgehärtet ist, wird der Mast hydraulisch eine Etage höher gehoben, ohne dass ein Turmdrehkran benötigt wird. Das setzt den Kran für andere Arbeiten frei und reduziert die Gesamtbauzeit erheblich.
Bei der Planung eines kletternden Systems sind folgende Parameter zu definieren:
- Geschossanzahl und Endgebäudehöhe — bestimmt den erforderlichen Förderdruck der angeschlossenen stationären Betonpumpe
- Grundrissform — entscheidet, ob ein einzelner oder mehrere Betonverteilermasten pro Kern erforderlich sind
- Betoniervolumen pro Etage — beeinflusst die erforderliche Reichweite des Auslegerarms
- Leitungsführung — Steigleitungen aus Verschleissrohren DN125 oder DN150 werden im Treppenhaus oder Versorgungsschacht geführt
Normen und Prüfpflichten im DACH-Raum
Betonverteilermasten unterliegen in allen drei DACH-Ländern strengen Prüfvorschriften. In Deutschland schreibt die DGUV Vorschrift 38 wiederkehrende Prüfungen durch befähigte Personen vor — in der Regel jährlich. In Österreich gilt die ÖNORM B 3012, in der Schweiz orientiert man sich an den SIA-Normen sowie der Suva-Checkliste für Betonpumpen und Verteilermasten.
Alle auf der Beton Verteilung DACH-Plattform gelisteten Betonverteilermasten sind CE-zertifiziert nach EN 12001 und werden mit vollständiger Prüfdokumentation geliefert. Für grenzüberschreitende Projekte — etwa österreichische Generalunternehmer auf Schweizer Baustellen — stellen unsere Lieferanten die erforderlichen Konformitätserklärungen in der jeweiligen Landessprache bereit.
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